Spezialisierte Ingenieurdienstleister für den Flugzeugbau

Aufgrund der wachsenden Komplexität in der Flugzeugproduktion und der damit einhergehenden zunehmenden Spezialisierung, werden in der Luftfahrtindustrie häufig Aufträge an Ingenieurdienstleister vergeben.

Technischer Fortschritt, Internationalisierung sowie höhere Qualitäts- und Umweltstandards führen zu einer zunehmenden Komplexität in der Produktion. In der Luftfahrtindustrie konzentrieren sich Unternehmen mehr auf ihre Kernkompetenzen und lagern Aufgaben aus. So werden in der Luftfahrtindustrie häufig Aufträge an Ingenieurdienstleister vergeben. Deren Arbeitsspektrum reicht von der Konzeption über die Entwicklung bis hin zur Konstruktion von Produkten. Die Größe der Unternehmen in Norddeutschland variiert von kleinen Ingenieurbüros bis hin zu Unternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern.

 

Ein Beispiel für einen großen Ingenieurdienstleister in Norddeutschland ist das deutschlandweit agierende Unternehmen Brunel mit Hauptsitz in Bremen. Der Dienstleister beschäftigt rund 3.000 Ingenieure, Techniker und Manager und arbeitet mit Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie zusammen. Auch mit anderen Branchen, beispielsweise der Medizintechnik, gibt es Kooperationen. Die P3 Voith Aerospace GmbH ist ebenfalls mit einer breiten Produktpalette in Bremen und Hamburg ansässig, wo ihre Mitarbeiter Komponenten für Flugzeuge, Lokomotiven und Autos entwerfen. Am Luftfahrtstandort Hamburg gibt es eine Reihe weiterer Ingenieurdienstleister mit Fokus auf die Luftfahrt, wie etwa Teccon oder Rücker Aerospace. Rund 54.000 Beschäftigte gab es im Jahr 2011 in den norddeutschen Architektur- und Ingenieurbüros, wobei die Branche in den vergangenen Jahren kräftig wuchs, auch aufgrund ihrer Beauftragung durch die Luftfahrt.

 

Vor allem kleine und mittelständische Industriedienstleister befinden sich durch die veränderte Wertschöpfungskette in einem intensiven Wettbewerb. In regionalen und überregionalen Verbänden, wie der AG Ingenieurdienstleister des BDLI oder Hanseatic Engineering & Consulting Association (HECAS e. V.), bündeln sie ihre Interessen. Im HECAS e. V. sind 11 Ingenieurdienstleister aus der Luft- und Raumfahrttechnik in Norddeutschland organisiert. Die Kernkompetenzen der Mitgliedsunternehmen liegen in den Bereichen Aerodynamik, Interieur, Struktur, mechanische und elektrische Systeme sowie Softwareentwicklung.

Quelle: HWWI 2012