Visionen für das Jahr 2050

Kurz & Knapp

Die weiterhin steigende Zahl an Flugreisen stellt die Luftfahrtindustrie vor die Aufgabe, die Umweltverträglichkeit des Flugverkehrs zu verbessern. Bereits heute wird intensiv an Methoden zur Minderung von Abgasen und Lärm geforscht.

 
Über den Tellerand

Eine zentrale Herausforderung ist die Verbesserung der Umweltverträglichkeit des Luftverkehrs. Diese Zukunftsaufgabe wirft auch für die Luftfahrtindustrie in Norddeutschland spannende Forschungsfragen auf.

WEITERLESEN
 
 

Norddeutschland erforscht den Luftverkehr der Zukunft

Flugreisen werden für immer mehr Menschen erschwinglich. Die steigende Zahl der Passagiere und Flüge bedeutet auch neue Herausforderungen für die ökonomische und ökologische Effizienz der Flugzeuge. Gleichzeitig steigen mit dem technischen Fortschritt die Ansprüche an die Qualität der Reiseform „Fliegen“. Visionen für das Jahr 2050 hat Airbus: Die Körperwärme der Fluggäste soll in der Zukunft eingefangen werden, um sie im Kabinenbetrieb einzuspeisen. Flugzeuge könnten im Flug aneinander andocken und so Treibstoff sparen. Gegenwärtig kommen zahlreiche Projekte, auch in Norddeutschland, diesen Zukunftsträumen in kleinen Schritten näher. Dabei arbeiten öffentliche und private Akteure oft Hand in Hand, zum Beispiel durch öffentliche Kofinanzierungen ausgewählter Forschungsvorhaben oder privat-öffentliche Partnerschaften.

CO2-freies Fliegen

Dem CO2-freien Fliegen ist das EU-geförderte Projekt CHATT gewidmet, dessen Koordinator das DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen ist. Eine Idee besteht darin, Kerosin durch kryogene Treibstoffe, also verflüssigte Gase, zu ersetzen. Möglich wäre ein raketenbetriebenes Passagierflugzeug auf Wasserstoffbasis, an dem die Bremer Abteilung „Systemanalyse Raumtransport“ seit Längerem forscht. Der „SpaceLiner” wäre umweltfreundlich und könnte die Distanz zwischen Mitteleuropa und Australien in 90 Minuten zurücklegen. Kryogene Treibstoffe haben allerdings eine wesentlich geringere Dichte als herkömmliche Treibstoffe. Sie würden viel mehr Volumen einnehmen und müssten stark gekühlt werden. Bei CHATT geht es vor allem um Konzepte für extrem leichte, wiederverwendbare Treibstofftanks, die den Schwappbewegungen des Treibstoffs standhalten. Neben dem DLR sind zehn weitere, größtenteils internationale Partner beteiligt. Das Projekt, das im Januar 2012 startete, wird bis 2015 mit 3,23 Mio. Euro gefördert. Bremen kann in diesem Projekt seine Kompetenzen als Raum- und Luftfahrtstandort bündeln.

Flughafen der Zukunft

Das Teilprojekt „Airport 2030“ des Luftfahrtclusters Hamburg Aviation beschäftigt sich mit dem Flughafen als Ort von vielschichtigen Prozessen wie Ladevorgängen, Flugsicherung und der Betreuung von Passagieren, die es zu optimieren gilt. Zum Beispiel entwickelte das Institut für Telematik der Technischen Universität Hamburg-Harburg einen Prototyp zur digitalen Boarding-Unterstützung für Fluggäste (DigiBA). Ein entsprechendes Gerät dazu könnte die Größe einer Kreditkarte haben und die Passagiere mit Nachrichten und Informationen versorgen und erkennen, wo und in welcher Phase des Boarding-Prozesses sie sich befinden.

Quelle: HWWI 2012