Sichtbarkeit & Erreichbarkeit

Kurz & Knapp

Die Sichtbarkeit auf Auslandsmärkten und die internationale Erreichbarkeit spielen für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Norddeutschland eine bedeutende Rolle.

 
Über den Tellerand

Die Entwicklung der Luftfahrtindustrie in Norddeutschland wird wesentlich von der globalen Nachfrage beeinflusst. Über 60 % des Umsatzes der Luft- und Raumfahrt in Deutschland wird im Ausland erzielt. Auch die norddeutschen Unternehmen der Luftfahrtindustrie und anderer Wirtschaftszweige setzen ihre Produkte international ab.

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Internationale Messen und Flughäfen stärken den Wirtschaftsstandort Norddeutschland

Für die norddeutschen Städte und Regionen spielt die Sichtbarkeit auf Auslandsmärkten und damit die internationale Erreichbarkeit eine wichtige Rolle. Der Anteil der Auslandsumsätze der norddeutschen Industrieunternehmen belief sich in Bremen im Jahr 2010 auf 54,5 %, in Niedersachsen auf 43,9 %, in Hamburg auf 41,0 % (ohne Mineralölverarbeitung) und in Schleswig-Holstein auf 40,0 %. Internationale Messen sind zentral für die Erschließung von Auslandsmärkten.


Flughäfen mit einer hohen Vielfalt von internationalen Flugverbindungen bilden einen essenziellen Teil der Infrastruktur, um Ausstellern und Besuchern von Messen im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern Zeit- und Transportkosten zu ersparen.

Hohe Besucherzahlen

700.342 Besucher zählte die Hamburg Messe und Congress GmbH für das Jahr 2010. Ungefähr ein Drittel der Besucher der „SMM“ (Shipbuilding Machinery & Marine Technology International Trade Fair) und der Aircraft Interiors Expo kamen aus dem Ausland. Letztere befasst sich mit den neuesten Designtrends für den Innenraum von Luftfahrzeugen.

Hannover stellt mit rund 467.000 qm norddeutschlandweit die größte Ausstellungsfläche in Messehallen bereit. 1,7 Mio. Interessenten kamen im Jahr 2010 in die Landeshauptstadt, um eine internationale Messe zu besuchen. 12,5 % der Besucher kamen aus dem Ausland. Auf dem Messegelände Hannover findet jährlich die größte Industriemesse der Welt statt. Auf der CeBIT, der größten Messe in Hannover, waren unter den rund 320.000 Gästen knapp 50.000 ausländische Besucher. Um von weiter her Gereiste bequem ans Ziel zu bringen, gibt es während der Veranstaltung eine außerplanmäßige S-Bahnlinie, die die Besucher vom Flughafen in Hannover direkt an ihr Ziel nach Laatzen bringt.

Wenn der Flugverkehr mal nicht funktioniert

Wie wichtig der Flugverkehr für Messen und internationale Geschäftsbeziehungen ist, zeigt sich vor allem, wenn er einmal nicht funktioniert: Als im Frühjahr 2010 die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull für Engpässe beim Flugverkehr sorgte, musste die zu der Zeit stattfindende Hannover Messe ausländische Aussteller mithilfe von gemieteten Bussen unterstützen. Zwei Busse brachten Aussteller von Mailand aus zur Messe. Aus Istanbul starteten drei Busse und brachten 51 Aussteller nach einer Fahrt von 38 Stunden an ihr Ziel. Der Anstieg der Nachfrage nach Bussen ließ die Mietpreise teilweise drastisch in die Höhe schnellen. Ein Bus von Athen nach Hannover kostete für den Mieter mit 45.000 Euro fast das Fünffache des Normalpreises. 10 % der 4.800 angemeldeten Unternehmen aus 64 Nationen konnten ihren Messestand nur verspätet oder gar nicht besetzen. Insgesamt fielen in der Zeit vom 15. bis 21. April 2010 laut einer Studie von Oxford Economics mehr als 100.000 Flüge über Europa aus. Der geschätzte Verlust der Luftfahrtbranche hat sich auf 2,2 Mrd. US-Dollar belaufen.

Quelle: HWWI 2012