Kooperation im Flugzeugbau

Kurz & Knapp

In wissensbasierten Industrien wie der Luft- und Raumfahrt ist der Austausch von Wissen sowie dessen Transfer von der Theorie in die Praxis essenziell. In Norddeutschland gibt es bereits vielfältige Ansätze zur Kooperation zwischen Unternehmen und privaten wie öffentlichen Bildungs- und Forschungseinrichtungen.

Grafiken & Tabellen
 
MEHR GRAFIKEN
 
Über den Tellerand

Der Flugzeugbau prägt mit den Standorten von Airbus in Bremen, Hamburg und Niedersachsen die Luftfahrtindustrie in Norddeutschland. In dieser Region haben rund 35.000 Menschen ihren Arbeitsplatz im Luft- und Raumfahrzeugbau, was einem bundesweiten Anteil von 43 % entspricht.

WEITERLESEN
 
 

Der Norden ist gut vernetzt

In Norddeutschland gibt es zahlreiche Ansatzpunkte für Kooperationen zwischen den Unternehmen, öffentlichen und privaten Forschungsinstitutionen. So weisen Hamburg und Bremen Spezialisierungen im Luft- und Raumfahrzeugbau, aber auch in der Luftfahrtforschung auf. Ein entsprechendes Vernetzungspotenzial gibt es in Niedersachsen, das im Norden und Nordwesten von der räumlichen Nähe zu Hamburg und Bremen profitiert. Im Süden Niedersachsens existiert in der Region Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg ein Forschungsverbund mit Anknüpfungspunkten für alle Zweige des Fahrzeugbaus.

Vielfalt von Unternehmen und Institutionen in Netzwerken

Vielerorts haben sich in Norddeutschland bereits Branchennetzwerke der Luftfahrtindustrie herausgebildet. Für Hochtechnologiestandorte spielt die Nutzung der räumlichen Nähe zwischen Forschungseinrichtungen und anwendenden Unternehmen eine zentrale Rolle. Insbesondere technologisch orientierte Unternehmen können von der praktischen Anwendung der Innovationen universitärer Forschung profitieren.

Als räumlich konzentrierte Cluster der Luftfahrindustrie in Norddeutschland sind vor allem AVIABELT Bremen e. V. und Hamburg Aviation zu nennen. Letzteres ist seit September 2012 die neue Dachmarke des Luftfahrtclusters Metropolregion Hamburg e.V.. Auch das CFK Valley e. V. in Stade weist eine räumliche Konzentration auf. Dort steht jedoch nicht die Luftfahrtindustrie im Mittelpunkt, sondern die Arbeit mit Carbon-Faser-verstärktem Kunststoff (CFK). Die Initiative Niedersachsen Aviation hat einen vergleichsweise großen Aktionsradius. Die Struktur ihrer Mitgliedsunternehmen ist jedoch diversifizierter als diejenige der Verbände in Hamburg und Bremen. Im Zusammenhang mit der Unternehmensstruktur stehen HECAS e. V. und Hanse-Aerospace e. V. Letztere sind wiederum Mitglieder bei Hamburg Aviation.

Die Beispiele zeigen, dass es in Norddeutschland eine ausgeprägte – auch mehrere Bundesländer einschließende – Vernetzung mit Bezug zum Luftfahrtstandort gibt. Diese Vernetzung erhöht das Potenzial für den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Individuen und gibt Impulse für Innovationen, technischen Fortschritt und Wirtschaftswachstum.

Quelle: HWWI 2012