Junge Talente für den Norden

Kurz & Knapp

Die Luftfahrtindustrie ist auf talentierte Arbeitskräfte angewiesen. Damit sich mehr junge Leute für einen Beruf in diesem Wirtschaftszweig begeistern, haben Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden diverse Projekte ins Leben gerufen, um dem Nachwuchs die vielfältigen Tätigkeitsfelder in der Luftfahrtbranche aufzuzeigen.

 
Über den Tellerand

Teccon wurde 1975 in Hamburg gegründet und beschäftigt im Verbund mit der IndustrieHansa Gruppe 1.800 Mitarbeiter, davon rund 600 Spezialisten für die Luft- und Raumfahrt.

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Breite Palette von Ausbildungsberufen

Die Luftfahrtindustrie in Norddeutschland ist auf qualifizierte und motivierte Ingenieure und Naturwissenschaftler angewiesen. Auch die Besetzung von Ausbildungsplätzen ist für die Branche von zentraler Bedeutung, denn Mitarbeiter mit Berufsabschluss haben den höchsten Anteil an allen Mitarbeitern. In Norddeutschland beginnt im Vergleich zu anderen Bundesländern ein überproportionaler Anteil der Schulabgänger eine Ausbildung im Bereich der Luftfahrtindustrie. Diese bietet eine breite Palette an zukunftsweisenden und anspruchsvollen Ausbildungsberufen, beispielsweise Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme, Fluggerätemechaniker, Werkstoffprüfer oder Verfahrensmechaniker.

Hamburg ist mit rund 600 Auszubildenden der größte Ausbildungsstandort von Airbus in Deutschland. Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, 20 % weibliche Auszubildende einzustellen. Im Jahr 2012 wurde dieser Wert mit 25 % bereits übertroffen. Um möglichst frühzeitig Interesse an einer Ausbildung bei Airbus zu wecken, kooperiert das Unternehmen in Form von Projekt- und Techniktagen oder durch das Angebot von Praktika mit vier Schulen in Finkenwerder, Lurup, Osdorf und Jenfeld. Grundsätzlich sind während der Ausbildung auch Aufenthalte an ausländischen Airbus-Standorten möglich.

Einblicke in die Berufe der Luftfahrt

In den norddeutschen Bundesländern gibt es zahlreiche Projekte, bei denen Unternehmen, Forschungsinstitute und Behörden zusammenarbeiten, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene für die Luftfahrt zu begeistern. Ein Beispiel hierfür findet sich in der Region Hannover, wo das Neustädter AeroSpace Center (NASC) das Programm „Follow me“ entwickelt hat. Dieses gibt Schülern ab der neunten Klassenstufe im Rahmen einer Schul-AG Einblicke in die Berufe der Luftfahrt. Hier lernen sie praktisch und theoretisch die Arbeit in der Flugsicherung, Flugzeugwartung oder von Piloten kennen. Vor allem bei Schülerinnen soll das Interesse für Luftverkehrsberufe geweckt werden. Finanziert wird „Follow me“ durch Firmen-Sponsorings.

Eine technik-orientierte Ausrichtung hat eine weitere Initiative in Norddeutschland. Am Flughafen Bremen fand im Juni 2012 erstmals der „Tag der Technik“ unter dem Motto „Faszination Elektromobilität – zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ statt. Im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung luden der VDI Bezirksverein Bremen und der VDE Region Nord-West zu Workshops, Vorträgen und Ausstellungen ein, um Technik greifbar zu machen. Die Aktion ist Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“, der von der Bundesregierung und Unternehmen durchgeführt wird.

Faszination Fliegen

Auch in Hamburg soll das Interesse an der Luftfahrtindustrie während der schulischen Ausbildung gestärkt werden. Im Jahr 2006 startete die von der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung ins Leben gerufene Initiative „Faszination Technik“. In der HAW lernen Kinder zwischen 8 und 12 Jahren bei der jährlichen Vorlesungsreihe „Faszination Fliegen“ zum Beispiel, warum ein Flugzeug fliegt oder warum zwei Piloten im Cockpit benötigt werden. Der Erfolg der Initiative führte dazu, auch andere Hochtechnologieindustrien zu integrieren. Inzwischen gehören die Programme „Faszination Schifffahrt“ und „Faszination Games“ zum festen Bestandteil der Vorlesungsreihen.

Für Jugendliche organisiert dieselbe Hamburger Initiative seit 2008 das Sommercamp: ein Mix aus Vorlesungen, Workshops und Unternehmensbesichtigungen, bei dem die 14- bis 16-Jährigen direkt in Kontakt mit Auszubildenden in Betrieben wie AEROTEC Engineering oder Mühlenberg Interiors kommen. Auch diese Initiative ist Preisträger des Innovationswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“.

Deutschlandweit bietet das DLR an verschiedenen Standorten im Rahmen der „DLR_School_Labs“ älteren Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, die Luft- und Raumfahrt experimentell zu ergründen. Auf dem Campus der Technischen Universität Hamburg-Harburg wird das Wirken von Luftströmungen mithilfe des Prandtl-Kanals, des Seifenfilmkanals und des Wind-Kanal-Modells erforscht. In Braunschweig und Göttingen können sich Interessierte ein Bild vom Flugzeug der Zukunft machen.

Quelle: HWWI 2012