Forschungs- flughafen Braunschweig

Kurz & Knapp

Seit Ende der 1990er Jahre besteht am Verkehrsflughafen Braunschweig-Wolfsburg der Forschungsflughafen Braunschweig. Die Einrichtung bietet Forschungsflugzeuge, Windkanäle, Simulatoren und Prüfstände vor Ort.

 
Über den Tellerand

Die Aktivitäten des Luft- und Raumfahrzeugbaus im Bereich Forschung und Entwicklung sind deutlich höher als in anderen Industrien, sodass die Unternehmen dieser Branche wichtige Entwicklungsimpulse für den wissensbasierten Strukturwandel und die Stärkung der technologischen Leistungsfähigkeit in der Region setzen. Ergänzt werden die privaten Investitionen in Forschung und Entwicklung durch die Förderung der Luft- und Raumfahrt mit öffentlichen Forschungsmitteln.

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Bedeutende Forschungs- und Wissensregion

Braunschweig ist mit rund 250.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Niedersachsen und gehört zur Metropolregion Hannover-Braunschweig-Wolfsburg-Göttingen. Nicht zuletzt durch den Sitz der Volkswagen AG in Wolfsburg sind das produzierende Gewerbe und der Dienstleitungssektor stark in der Region ausgeprägt. Die Stadt beheimatet 27 Forschungseinrichtungen, darunter auch zahlreiche mit Relevanz für die Luftfahrt. Dazu zählen Hochschulen, Bundesforschungsanstalten und Fraunhofer-Institute, die sich 2004 zur „ForschungRegion Braunschweig e. V.“ zusammengeschlossen haben. Zudem ist Braunschweig Sitz des Luftfahrt-Bundesamts. Etwa 250 ansässige Unternehmen des Hochtechnologiesektors, welche von der räumlichen Nähe zwischen Forschern und Praktikern profitieren, unterstreichen die Bedeutung Braunschweigs als Forschungs- und Wissensregion. Im Jahr 2012 fand das 17. Internationale Flugvermessungs-Symposium (IFIS) unter dem Motto „Waypoints to New Horizons” in Braunschweig statt, das sich mit den technologischen Anforderungen an die Luftfahrt der Zukunft beschäftigt.

Kompetenzzentrum für Verkehrssicherheit und Verkehrsführung

Ende der 1990er-Jahre etablierte sich der Forschungsflughafen Braunschweig am Verkehrsflughafen Braunschweig-Wolfsburg als Kompetenzzentrum für Verkehrssicherheit und Verkehrsführung. Der gleichnamige gemeinnützige Verein Forschungsflughafen Braunschweig e. V. wurde im Jahr 1998 gegründet und besteht aus über 30 kleinen und mittelständischen Unternehmen. Beteiligt sind unter anderem das DLR, das Luftfahrtbundesamt, Volkswagen Air Services und die TU Braunschweig. Der im Jahr 2010 ausgebaute Forschungsflughafen bietet Forschungsflugzeuge, Windkanäle, Simulatoren und Prüfstände vor Ort. So hat zum Beispiel das DLR kürzlich ein Flugsystem getestet, das das parallele Anfliegen von dicht beieinander liegenden Landebahnen ermöglichen soll. Derzeit sichert der Forschungsflughafen unmittelbar 2.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze vor Ort und mehr als 4.000 in der Umgebung.

Stark für den Nachwuchs

Auch im Bereich der Nachwuchsförderung machen sich die regionalen Institute gemeinsam stark. Der unlängst fertiggestellte Campus Forschungsflughafen vereinigt unter sich die luft- und raumfahrttechnischen Institute der TU Braunschweig, des DLR und der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Die Lehrveranstaltungen des Studiengangs der Luft- und Raumfahrttechnik finden überwiegend am Forschungsflughafen statt. Zu den aktuellen Forschungsvorhaben gehören „Das bürgernahe Flugzeug“, das effiziente Technologien für den innereuropäischen Flugverkehr von kleinen City-Airports untersucht, und „Grundlagen des Hochauftriebs künftiger Verkehrsflugzeuge“, das sich unter anderem mit Lärmminderung befasst.

Zukunftsorientierte Forschung betreibt auch das im Jahr 2007 durch die TU Braunschweig mit Unterstützung der Niedersächsischen Landesregierung und der Volkswagen AG entstandene Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) in Wolfsburg. Das interdisziplinäre Zentrum forscht insbesondere im Bereich Elektromobilität. Das Forschungszentrum wird sich in naher Zukunft am Forschungsflughafen ansiedeln, was dem Austausch zwischen der Forschung im Fahrzeug- und Luftfahrzeugbau zugute kommt.  Dies schafft Potenziale für Unternehmensausgründungen aus den Forschungsinstituten in Kooperation mit der Industrie.

Quelle: HWWI 2012